Preußische Spirituosen Manufaktur

Die PSM geht aus der Versuchs- und Lehranstalt für Spiritusfabrikation hervor, die 1874 per preußischer Kabinettsorder beschlossen und dem Chemiker Prof. Max Delbrück zum Aufbau und zur Leitung anvertraut wurde. Der Grund war zum einen den Preis für Getreide zu stabilisieren, indem die Ernteüberschüsse der preußischen Bauern aufgekauft und zu Alkohol verarbeitet wurden. Außerdem wurden hier neue Verarbeitungsverfahren entwickelt und etabliert. Der hergestellte Alkohol wurde vornehmlich zum Betrieb von landwirtschaftlichen Apparaten verwendet. Prof. Max Delbrück entstammt einer in Preußen sehr angesehenen Familie von Gelehrten und Staatsdienern. Er war zugleich ein hochrangiges Mitglied des Deutschen Patentamts. Neben der Leitung des Instituts baute er das Schulungswesen für den deutschen Brenner- und Destillateursnachwuchs und eine Versuchslikörfabrik für das Segment Trinkbranntwein (die heutige Preußische Spirituosen Manufaktur) auf. Unter dem Namen „Adler Spirituosen“ unternahm er mit den dort hergestellten Spirituosen erste Gehversuche auf dem freien Markt. Das Ganze war staatlich subventioniert und mit dem staatlichen Branntweinmonopol ausgestattet, weswegen spätere Nachfolger, die darauf nicht mehr zurückgreifen konnten erhebliche Schwierigkeiten hatten und in Konkurs gingen. Das wesentliche Kapital der PSM blieb dennoch über die ganzen Jahrzehnte bestehen, nämlich das geballte Fachwissen mehrerer Generationen von Wissenschaftlern und Destillateurmeistern, die akribisch seit 1874 alle Versuchsreihen dokumentierten und ständig Destillationsverfahren und Rezepturen weiter entwickelten. So verfügt die PSM über einen nahezu unerschöpflichen Fundus an Rezepten und dem Detailwissen, diese umzusetzen. Der Kreis schließt sich 2005, als Prof. Dr. Ulf Stahl, Dipl.Ing. für Gärungstechnik und promovierter Mikrobiologe und Dipl. Hotelier und langjährige Barchef Gerald Schroff beschließen, den Adler Gin von 1874 neu aufzulegen und drei Jahre später die gesamte Likörmanufaktur vom Vorgänger zu übernehmen. Prof. Dr. Ulf Stahl ist gewissermaßen einer der Nachfolger des Institutsgründer Prof. Max Delbrück auf dem Lehrstuhl für Mikrobiologie und Genetik und eine Koryphäe auf seinem Gebiet. Gastprofessuren in China und Südkorea unterstreichen diesen Status. Mit seiner Firma „Organo Balance“ pflegt er über 3000 Kulturen und Mikroorganismen, er übernimmt Forschungsaufträge und entwickelt Kulturen für die Nahrungsmittelindustrie. Im Nebenberuf ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter der Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei und damit wesentlich verantwortlich für die Forschung und die Aus- und Weiterbildung von Brauern, Brennern und Destillateuren. Heute steht die PSM auf mehreren Standbeinen. Neben dem Portofolio von 50 eigenen Produkten (Gin & Wodka, Kräuter & Bitter, Geister & Brände, Kümmel & Klare, Liköre) werden hier ständig neue Produkte entwickelt und Auftragsproduktionen hergestellt. Des Weiteren fungiert die Preussische Spirituosen Manufaktur auch als Museum und bietet Führungen mit Verkostungen an. Im eigenen Hofladen kann man alle Produkte vor dem Kauf verkosten. Nicht zuletzt aber finden hier Aus- und Weiterbildungen wie z.B. Aufbaukurse für Destillateure oder die fachliche Prüfung für den Destillateurmeister statt. Was die PSM dabei so einzigartig macht, ist dass sie zum einen als Letzte ihrer Art von vormals über 100 Likörmanufakturen in Berlin verblieben ist und sich zum anderen noch im Originalzustand von 1874 befindet. Auch die Herstellung aller Produkte sucht seinesgleichen, wird dabei nämlich gänzlich auf Aromen verzichtet. Die exklusive Verwendung selbst hergestellter Mazerate und Destillate aus ausgesuchten, handverlesenen Rohstoffen gewährleistet Spirituosen von außergewöhnlicher Qualität.


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